Mit Energie in die Zukunft

Stadtwerke Weiden als Motor in der Energiewende

 

Fossile Energieträger wie Gas und Erdöl sind teuer, nur noch begrenzt verfügbar und fördern die Abhängigkeit von Drittländern. Die Stadt möchte deshalb die Energiewende vorantreiben. Dabei sollen die Stadtwerke eine Vorreiterrolle übernehmen. Interview mit Johann Weiß, Leiter der Stadtwerke Weiden.

 

Das Weidenblatt: Herr Weiß, die Stadt Weiden möchte die Energiewende: weg von fossilen, hin zu mehr erneuerbaren Energien. Welche Rolle können dabei die Stadtwerke übernehmen?

 

Johann Weiß: Die Stadtwerke Weiden haben eine über 125-jährige Erfahrung als Energieversorger. Bei der Umsetzung eines nachhaltigen Energiekonzepts für die Stadt Weiden wollen wir mit Sonnenenergie, solarthermischer Wärmegewinnung, Biomasse sowie Wärmerückgewinnung aus Abwasser für die Eigen- und Fremdversorgung unseren Beitrag leisten.

 

Das Weidenblatt: Die geplanten Windräder sorgen für Wirbel unter der Bevölkerung. Nicht jeder ist damit einverstanden. Was halten Sie dagegen?

 

Johann Weiß: Wir können davon ausgehen, dass sich Erdöl und Gas in Zukunft verteuern und verknappen werden. Mit der Sonne und dem Wind stehen uns Energiequellen zur Verfügung, die wir kostenlos anzapfen können. Ich halte es für vernünftig, in diese Technologien zu investieren, um uns langfristig unabhängig zu machen, Wissen und Arbeitsplätze aufzubauen und die Wertschöpfung in der Region zu generieren.

 

Das Weidenblatt: Wird die Energiewende auch Arbeitsplätze in Weiden schaffen?

 

Johann Weiß: Allein bei den Stadtwerken Weiden sind derzeit rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Wenn wir in Wind- und Sonnenenergie investieren, brauchen wir zusätzlich qualifizierte Fachkräfte, die uns unterstützen.

 

Das Weidenblatt: Welche Standorte kommen für Windkraftanlagen in Weiden in Frage?

 

Johann Weiß: Wenn wir mehr als 60 Prozent des Windaufkommens im Vergleich zu guten Standorten von Windkraftanlagen erreichen, ist das für Weiden ein guter Wert um evtl. ein vernünftiges betriebswirtschaftliches Ergebnis zu bekommen. Einige Standorte in Weiden kämen dafür in Frage, die von der Stadt noch eingehender untersucht werden, erst dann sind weitere konkrete Planungen sinnvoll.

 

 

Das Weidenblatt: Die Solarthermie und Fotovoltaik boomt. Steigen die Stadtwerke in die Sonnenenergie ein?

 

Johann Weiß: Wir nutzen die Solarthermie bereits im Freizeitzentrum. Zusätzlich prüfen wir wo künftig Fotovoltaikanlagen im Stadtgebiet von Weiden möglich sind.

Die solarthermische Anlage wird sogar mit einem Tilgungszuschuss der KfW Bankengruppe gefördert.

 

Das Weidenblatt: Die Stadtwerke sind nicht die einzigen Anbieter, die den zunehmend lukrativen Energiemarkt besetzen möchten. Welche Vorteile bieten sie den Bürgerinnen und Bürgern?

 

Johann Weiß: Wir sind keine anonyme Gesellschaft irgendwo auf diesem Planeten, sondern Ansprechpartner vor Ort. Die Menschen kennen und schätzen unsere langjährige, zuverlässige Versorgung als städtisches Energie-Unternehmen. Wir zahlen unsere Gewerbesteuer in Weiden, investieren in der Region und unterstützen damit hiesige Betriebe. Wer die Stadtwerke Weiden stützt, trägt außerdem zum Erhalt und Ausbau von heimischen Arbeitsplätzen bei.

 

 

Intelligenter Energieeinsatz

Schon jetzt setzen die Stadtwerke Weiden auf eine effiziente Energiepolitik:

In der Kläranlage wird Klärgas zur Stromproduktion genutzt, der zusammen mit der anfallenden Wärme in den Betriebsgebäuden verbraucht wird. Im Freizeitzentrum erzeugt ein Blockheizkraftwerk Strom und Wärme für die Thermenwelt sowie Strom für das Wasserwerk. Erst kürzlich ging im Freizeitzentrum eine solarthermische Anlage für die Warmwasseraufbereitung in Betrieb, die rund 30 000 Kubikmeter Erdgas ersetzt und in den nächsten 20 Jahren den Ausstoß von rund 63 Tonnen Kohlendioxid einspart.

Gefördert wurde die Anlage mit einem Tilgungszuschuss aus dem KfW-Programm erneuerbare Energien de KfW Bankengruppe.